Netzausbaugebiet gefährdet niedersächsische Energiewende

Pressemitteilung 15/2020 18.06.2020

LEE: Netzausbaugebiet gefährdet niedersächsische Energiewende
Wasserstoffindustrie zügig ausbauen


(Hannover) Der LEE begrüßt ausdrücklich die Äußerungen von Klimaschutzminister Olaf Lies und Wirtschaftsminister Dr. Bernd Althusmann zur „Nationalen Wasserstoffstrategie“. Beide Minister hatten im Anschluss an die Verhandlungen zur „Nationalen Wasserstoffstrategie“ vergangene Woche öffentlich erklärt, Niedersachsen als Standort für die Produktion von grünem Wasserstoff ausbauen zu wollen.

„Netzausbaugebietsverordnung aufheben“

Doch der Teufel steckt im Detail. Dazu Marie Kollenrott, stellvertretende LEE-Geschäftsführerin: „Wir begrüßen die Vorschläge der Regierungskoalition, Wasserstoffprojekte in großem Stil zu fördern. Hierbei setzen wir auf grünen Wasserstoff, der nur durch einen intensiven Ausbau der Erneuerbaren Energien in großer Menge gewonnen werden kann.

Bei aller Euphorie über die Wasserstoffförderung müssen wir folgendes im Auge behalten: Bisher werden die Bemühungen um den Zubau Erneuerbarer Energien in Niedersachsen durch alte Hemmnisse wie die Netzausbaugebietsverordnung (§36c EEG) konterkariert. Diese besagt, dass im Norden Niedersachsens, in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern jährlich lediglich 902 Megawatt ausgeschrieben werden dürfen, was eine erhebliche Begrenzung des Ausbaus in diesen Regionen bedeutet.“

Wenn wir die den nötigen Zubau an Erneuerbaren Energien hinbekommen wollen, um den prognostizierten Strombedarf zu decken, darf die Netzausbaugebietsverordnung nicht über das Jahr 2020 hinaus verlängert werden. Zudem setzen wir große Hoffnungen in die Novellierung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes.“

Hintergrund:
Insgesamt werden mit dem Wasserstoffpaket bundesweit Projekte in Höhe von 7 Mrd. Euro gefördert. Allein Niedersachsen stellt rund 20 Prozent der installierten Leistung bundesdeutscher Windkraftanlagen und bietet sich daher für die Realisierung von Wasserstoffprojekten an.

Produktion folgt Energiequellen – Erneuerbare helfen, Niedersachsens Strukturschwäche zu überwinden

Die Produktion folgt der Energie: Aus Sicht des LEEs ist es entscheidend, jetzt die Weichen für die Wasserstoffproduktion zu stellen. Historisch betrachtet ist die Großindustrie stets in die Regionen gezogen, die über große Energiereservoirs verfügen. Die energieintensive Metallverhüttung etwa besaß einen Produktionsschwerpunkt im kohlereichen Ruhrgebiet. Der intelligente Aufbau Niedersachsens als Standort für die Herstellung Erneuerbarer Energien und die Produktion von Wasserstoff als speicherbaren Energieträger könnten Niedersachsen mittelfristig helfen, seine Strukturschwächen gerade im ländlichen Raum auszugleichen und neue Industrien anzusiedeln.

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