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Allgemein

LEE: Redispatch bremst Energiewende aus

Die aktuelle Situation könnte auf dem niedersächsischen Energie- und Wärmesektor kaum widersprüchlicher sein: Während mit erheblichem finanziellen Aufwand der Import von fossilem Erdgas betrieben wird, um die Wärmeversorgung sicherzustellen, werden Biogasanlagen, die umliegende Ortschaften mit aus erneuerbaren Energiequellen gewonnener Wärme versorgen, vom Netz genommen.

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Einspeisung Tag und Nacht:

Energie auf die Verlass ist!

SITUATION DER BRANCHE

Das landwirtschaftlich geprägte Flächenland Niedersachsen bietet gute Perspektiven für den Ausbau der Bioenergie durch nachwachsende Rohstoffe, Wirtschaftsdünger und nachhaltige Forstwirtschaft. Bioenergie liefert Strom und Wärme, wenn die volatilen Energieerzeuger (Wind- und Solarenergie) keine Energie liefern können. Zudem sind die Klimaziele im Mobilitätssektor nur mit der Bioenergie zu erreichen, vor allem mittels Bio-LNG und Biomethan. Wenn alle existierenden Biogasanlagen auf eine Biomethaneinspeisung umgestellt würden, könnten bis zu 20 % der niedersächsischen Erdgasimporte substituiert werden. Weiterhin herrschen erhebliche Potenziale in der Ausweitung der Wärmeversorgung und der flexiblen Stromerzeugung.

In Niedersachsen und Bremen stehen zurzeit ca. 1735 Biogasanlagen mit einer installierten Leistung von       1.451 Megawatt. In den letzten Jahren wurden quasi nur Güllekleinanlagen in Betrieb genommen, gleichzeitig kommt es zu einer weiteren Flexibilisierung des Anlagenbestandes. Damit werden zunehmend die Einspeiseschwankungen der Wind- und Solarenergie ausgeglichen.

Der LEE setzt sich für den Erhalt und den moderaten Ausbau der Bioenergie ein. Es herrscht insbesondere in Niedersachsen ein immenses Potenzial an tierischen und landwirtschaftlichen Reststoffen, die in Biogasanlagen sinnvoll und systemdienlich genutzt werden können. Hierzu müssen die regulatorischen Grundlagen geschaffen werden. Gleichzeitig gilt es auch, den Anbau von nachwachsenden Rohstoffen insgesamt zu erhalten, die hierfür verwendeten Flächen sind seit Jahren rückläufig und der Anbau solcher Kulturen ist auch im Hinblick auf die landwirtschaftlichen Fruchtfolgen erforderlich. Zudem sind weite Teile des Landes zum Anbau von Produkten zur menschlichen Direkternährung nicht geeignet.

Ein Zubau von Biogasanlagen ist aktuell nicht zu erkennen und auch nicht zu erwarten. Vielmehr entwickeln sich die bestehenden Anlagen in vielerlei Hinsicht weiter und werden immer wichtiger für den Ausgleich volatiler Stromerzeugungen und damit für das gesamte Energiesystem. Ebenso steigt die Nachfrage nach grüner Wärme aus Biogas-Blockheizkraftwerken, Wärmenetze werden konsequent ausgebaut. Viele Anlagen beschäftigen sich zudem mit der Umrüstung auf eine Biomethaneinspeisung in das Erdgasnetz, ein großer Markt besteht besonders im Kraftstoffsektor. Gemeinsame Aufbereitungsanlagen mit Rohbiogassammlungen sind eine Möglichkeit, die Anlagen wirtschaftlich weiterzuentwickeln und neue Märkte zu erschließen.

Vorbehalte gegenüber der Branche sind insbesondere im Hinblick auf den Bedarf an Fläche für den Anbau von nachwachsenden Rohstoffen festzustellen. Dabei ist die benötigte Fläche seit Jahren rückgängig, es wird beispielsweise nur ein Drittel des Maisanbaus in Biogasanlagen verwendet. Zudem ergänzen sich der Nahrungsmittelanbau und die nachwachsenden Rohstoffe hervorragend, insbesondere im Hinblick auf die landwirtschaftliche Fruchtfolge und die zunehmende Trockenheit. Auch im Hinblick auf die Biodiversität und das Nährstoffmanagement eröffnet die Bioenergie viele Chancen, beispielsweise durch die Wirtschaftsdüngervergärung und -aufwertung sowie die Nutzung alternativer Anbaubiomasse.

Im Koalitionsvertrag der neuen Landesregierung ist ein begrüßenswertes Bekenntnis zu den Stärken der Bioenergie erfolgt. Hier müssen nun Taten folgen, insbesondere zu den dort angesprochenen Themenbereichen des Wärmenetzausbaus, der Biomethaneinspeisung sowie des Reststoffeinsatzes und der Gärrestlagerung. Die Branche erwartet konkrete landespolitische Entscheidungen, welche diesen Zielen gerecht werden und die Weiterentwicklung der Branche ermöglichen. Ebenso müssen weitreichende Entscheidungen auf der Bundesebene erfolgen, damit beispielsweise die Teilnahme an Ausschreibungen attraktiv wird. Auch hier ist die Landespolitik gefragt und gefordert, damit Biogasanlagen in Niedersachsen auch künftig zur sicheren und nachhaltigen Energieversorgung beitragen können.

Auch auf Bundesebene ist wieder eine verstärkte Thematisierung der Bioenergiebranche festzustellen. Dies bezieht sich auf die weiteren Entwicklungen in den nächsten Jahren (EEG, Biomassestrategie, …), aber auch die festzustellende Energiekrise des Jahres 2022. Hier wurde erkannt, dass insbesondere Biogasanlagen zur sicheren und preisstabilen Versorgung mit Strom und Wärme beitragen und auch eine Diversifizierung des Erdgasbezugs durch die zunehmende Einspeisung von Biomethan erfolgen kann und muss. In den gesetzlichen Prozessen zur kurzfristigen Ausweitung der Biogasproduktion ist allerdings festzustellen, dass die Biogasbranche in solch engen Genehmigungs- und Gesetzesgrenzen steht, dass eine solche Reaktion auf die Energiekrise sowie auf Marktveränderungen nicht möglich ist. Hier gilt es politisch zu reagieren.

Einsatzperspektiven schafffen

Den Norden nicht abhängen

POSITIONEN
DES LEE

In der aktuellen und weiter andauernden Energiekrise haben insbesondere die stark flexibilisierten niedersächsischen Biogasanlagen das Potenzial auszuhelfen. Diese können technisch und baulich auf den Strommangel reagieren, wenn die rechtlichen Rahmen gesetzt würden. Dies ist in Teilen erfolgt, der aktuelle Genehmigungsumgang verhindert allerdings eine Ausweitung der Produktion.

Forderungen hat der LEE bereits im März aufgestellt, ebenso wie das Hauptstadtbüro Bioenergie in ihren Positionspapieren.

Zwei der von der Landesregierung beschlossenen Ziele für die Bioenergie sind erstens die Ausweitung des Reststoffeinsatzes und zweitens die Schaffung von Vereinfachungen bei der Lagerung von Gärresten in Jauche-, Gülle- und Silagesickersaftanlagen. Hierzu hat der LEE gemeinsam mit dem Landvolk einen Brief an das Umweltministerium veröffentlicht, welcher diese Thematik auch in die aktuelle Energiekrise und die kurzfristige Ausweitung der Biogasproduktion einordnet. Zudem macht jeder Ersatz von nachwachsenden Rohstoffen durch beispielsweise Gülle erheblich größere Lagerkapazitäten für die Gärreste erforderlich. Wenn diese Mengen nicht wieder in die ursprünglichen Güllelager zurückgeführt werden dürfen, ist eine Vergärung von mehr Wirtschaftsdüngern nicht möglich.

Die bestehenden Biogasanlagen wurden von Seiten der Politik in den letzten Jahren zunehmend in die jeweiligen Energiemärkte gedrängt. Nachdem die getätigten Investitionen in Anbetracht der gestiegenen Energiepreise erstmalig rentabel wurden, sollen diese Erlöse nach politischem Willen nun massiv abgeschöpft werden. Ein solcher Umgang zerstört jede Investitionsbereitschaft und das Vertrauen in politisches Handeln.

 

Parallel entwickeln sich interessante Marktmöglichkeiten im Wärme- und Mobilitätssektor

Im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) müssen die Ausschreibungsbedingungen deutlich angepasst werden. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz hat richtigerweise die massiv gestiegenen Gestehungskosten festgestellt. Dieser Realität muss nun auch in den Ausschreibungen Rechnungen getragen werden. Weiterhin ist die vorgesehene Südquote schädlich für die Ausbauziele und benachteiligt den Norden Deutschlands.

Das aktuelle Genehmigungsrecht der Biogasanlagen verhindert die Reaktionsfähigkeit der Betreiber. Dies betrifft sowohl die kurzfristige Reaktion auf die Energiekrise und die Nutzung anderer Rohstoffe, als auch beispielsweise eine saisonale Fahrweise. Damit wird den Anlagen ordnungsrechtlich ein Großteil ihrer Stärken  genommen und die Weiterentwicklung der Branche verhindert. Hier müssen dringend Besserungen erfolgen.

Wichtiges Standbein der Landwirtschaft:

ENERGIE VON PFLANZEN & TIEREN

BIOGAS - DAS MULTITALENT UNTER DEN ERNEUERBAREN

Biogas, Strom und Wärme aus Biogasanlagen sind wichtige Bausteine unserer zukünftigen Versorgung aus Erneuerbaren Energien. Für viele Landwirtschaftliche Betriebe ist der Betrieb einer Biogasanlage längst ein wichtiges ökonomisches Standbein.

 

Funktionsweise Biogasanlage

Wie eine Biogasanlage funktioniert, zeigt ein Fernsehbeitrag, der bei unserem Kollegen Joost Kuhlenkamp in Wietzen/Nienburg aufgenommen wurde.

 

Zuverlässige Einspeisung wichtig

Energiepolitisch ist vor allem die zuverlässige Einspeisung von großer Bedeutung. Genau wie die Wasserkraft liefern Biogasanlagen auch dann Energie, wenn die natürlichen Ressourcen Wind und Sonne nicht zur Verfügung stehen. Die Nutzung hat sektorübergreifend große Vorzüge:  Schwerlastverkehr, Wärmeversorgung und Stromversorgung lassen sich über Biogasanlagen abbilden. Dabei läst sich die Bioenergie vergleichsweise gut speichern und kann bei Bedarf sofort abgerufen werden.

 

Vielfältige Materialien – gute Speicherbarkeit und Einspeisung

Technisch kann eine Biogasanlage eine Vielzahl an Stoffen verarbeiten. Die im Fermenter befindlichen Bakterien vergären Bioabfälle, Nutzpflanzen oder natürliche Abfälle zu Biogas. Dieses Gas wird über Leitungen zu einem Blockheizkraftwerk, dem BHKW, transportiert. Im BHKW wird aus Biogas Strom und Wärme erzeugt.

 

Bedarfsgerechte Stromerzeugung

Biogasanlagen sind in der Lage, ihre Stromerzeugung bedarfsgerecht zu steuern. Wenn Wind- und Solaranlagen keine Energie liefern können, können Biogasanlagen ihre Produktion hochfahren. Die Betriebe können ihre Anlagen auch kurzfristig abschalten, wenn zu viel Strom ins Netz eingespeist wird. Ihre Energieerzeugung ist flexibel und damit vor dem Hintergrund schwankender Bedarfe und Produktion ein wichtiger Baustein der zukünftigen Versorgung aus erneuerbaren Energien.

 

Nicht nur Biogas und Strom – auch Nahwärme!

Die Hälfte unseres jährlichen Energieverbrauchs verwenden wir zum Heizen. Wärme entsteht als Nebenprodukt der Stromerzeugung. Häufig beziehen kommunale Einrichtungen wie Schulen oder Schwimmbäder Wärme, die in Biogasanlagen erzeugt wurde. Es können aber auch genauso gut Privathaushalte versorgt werden. Eine durchschnittliche Biogasanlage mit einer elektrischen Leistung von 190 kW versorgt etwa 100 Haushalte mit klimafreundlicher Wärme.

 

Wärmeaspekt ist wichtig

Der Wärmeaspekt ist deshalb so wichtig, weil Deutschland zur Zeit den größten Teil seines Energiebedarfs durch importierte fossile Brennstoffe deckt. Vor allem durch die Einfuhr von Erdgas. Ein großer Teil des Imports dient der Wärmeversorgung. Rein rechnerisch könnten rund 1,3 Millionen Menschen in Niedersachsen und Bremen mit Biogas-Wärme versorgt werden.

 

Wichtiger Beitrag zur Verkehrswende

Neben der Wärmeversorgung zählt der Verkehrsbereich zu den energieintensiven Sektoren. Insbesondere der Schwerlastverkehr fragt zunehmend klimaneutrale Treibstoffe nach. Muss doch der CO2-Ausstoß gemäß dem Pariser Klimaschutzabkommen um bis zu 42 Prozent gegenüber 1990 verringert werden. Eine Herkulesaufgabe für die ohnehin unter starkem Kostendruck stehende Logistikbranche. Aber keine unlösbare.

 

Biogasbetriebe stehen bereit

So fährt ein LKW mit einer Bio-LNG-Füllung bis zu 1.600 Kilometer weit – weit genug für die Routenplanung der meisten Logistiker und Spediteure. Niedersachsens und Bremens Biogasbetriebe stehen bereit, ihren Beitrag zu leisten. Das Biogas muss gereinigt, das enthaltene CO2 entfernt werden. Es entsteht der Kraftstoff Biomethan. Biomethan kann in das bestehende Gasnetz eingespeist und an beliebiger Stelle wieder entnommen werden – beispielsweise an einer Biogastankstelle.

SEIT MENSCHENGEDENKEN ERNEUERBAR:

ENERGIE AUS HOLZ!

HOLZ - BEWÄHRTE TRADITION

Rund ein Viertel Niedersachsens ist Waldfläche. Niedersachsen verfügt nach Bayern und Baden-Württemberg über die größten Forste. Damit prägt der Wald das Landschaftsbild Niedersachsens nachhaltig. Der Wald – oder Forst – liefert als Ressource für Erneuerbare Energien einen wichtigen Beitrag zur Vermeidung von CO2 und zum Klimaschutz.


Holz, der nachwachsende Rohstoff – nicht nur aus dem Wald


Wenn man Holz energetisch nutzt, wird das im Baum gespeicherte CO2 wieder frei, das er zuvor in seinen Wachstumsjahren aufgenommen hat. Betrachtet man nun lediglich einen einzelnen Baum isoliert vom restlichen Wald, würde es theoretisch entsprechend genau die gleiche Wachstumszeit eines neuen Baumes dauern, bis diese frei gewordene  Menge Kohlenstoff wieder aus der Luft aufgenommen und im Holz gespeichert wurde.


Holz bindet Kohlendioxid


In der Sekunde, in dem das CO2 indes wieder frei geworden ist, wird dieses durch das Wachstum des Waldes in Deutschland bereits wieder kompensiert. Dies bedeutet, dass bilanziell immer die gleiche Menge Holz im Wald vorhanden und entsprechend auch ebenso die gleiche Menge CO2 gebunden ist. Das macht die energetische Nutzung von Holz, mit geringfügigen Abstrichen durch den Energieaufwand für die Holzernte und die Weiterverarbeitung zum Brennstoff, weitgehend CO2-neutral. (Quelle: Fachverband Holzenergie im BBE)

Regenerative Energie

FÜR DIE ZUKUNFT

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Zahl der Biogasanlagen in Niedersachsen
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Installierte Leistung in Megawatt
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Mio. Menschen werden bilanziell mit Wärme versorgt

FACHAUSTAUSCH
BIOGAS

Struktur für Vernetzung

Der Fachaustausch sowie Regionalgruppentreffen richten sich an Akteure der Biogasbranche. Hier wird beispielsweise der Stand der aktuellen Gesetzgebungsverfahren, Genehmigungen und Verordnungen besprochen, etwa zur BImSchV, der AwSV oder der TRAS 120.

KOORDINATOR

Joost Kuhlenkamp

Kontakt

Weiterführende Informationen und Positionierungen zu verschiedenen Aspekten der Bioenergie finden Sie auch beim Fachverband Biogas.