Solarenergie-PV-Anlage

Erneuerbare müssen Energielücke schließen

LEE-Branchentag zeigt Politik Handlungsbedarf auf

Droht eine Energielücke, weil Deutschland in den nächsten Jahren nach und nach sämtliche Kohle- und Gaskraftwerke abschaltet?  Ja, wenn nicht massiv an erneuerbaren Energien zugebaut wird. Darin waren sich die Teilnehmen einig, die sich am 2. Juni anlässlich des LEE-Branchentags beim Windprojektierer WindStrom in Edemissen zum Austausch trafen.

Olaf Lies, Niedersächsischer Umweltminister, Carsten Müller, Mitglied des Deutschen Bundestages, Julia Verlinden, Mitglied des Deutschen Bundestages und Sprecherin für Energiepolitik der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen sowie Konstantin Kuhle, Mitglied des Deutschen Bundestages und Generalsekretär der FDP Niedersachsen diskutierten mit dem LEE-Vorstand über die energiepolitischen Weichenstellung, die zur Versorgungssicherheit notwendig sind.
Politik zwischen Anspruch und Wirklichkeit – woran scheitert der Ausbau konkret?


Woran scheitert der Ausbau bei Wind-, Biogas- und Solarenergie in Niedersachsen und Bremen konkret?


LEE-Geschäftsführerin Silke Weyberg ging der Frage auf den Grund, in welchem Maß sich die Parteien mit aktueller oder erwarteter künftiger Regierungsbeteiligung für den Klimaschutz einsetzen. Fazit: Obwohl sich die Teilnehmenden einig darin waren, dass dringender Handlungsbedarf besteht, gab es unterschiedliche Auffassungen über den Weg und das Tempo zur Klimaneutralität.


„Wir steuern sehenden Auges auf eine Energielücke zu“


Armin Fieber, Geschäftsführer Kraftwerk Mehrum, das Ende des Jahres vom Netz genommen wird, mahnte, dass Deutschland sehenden Auges auf eine Energielücke zusteuert. Eine Einschätzung, die Bärbel Heidebroek, Horst Mangels und Thorsten Kruse aus dem LEE-Vorstand teilten.

Tatsächlich warnt die Branche seit Langem vor einer massiven Unterdeckung der Stromversorgung und fordert eine deutliche Steigerung der Ausbaupfade für Erneuerbare bis 2030, um das für Deutschland verbindlichen 65%-Treibhausgas-Minderungsziel zu erreichen. Deutschlandweit müssen auf Dach- und auf Freiflächen bis 2030 insgesamt 205 GW an Photovoltaikanlagen installiert sein, die Wind Onshore-Installation muss 95 GW betragen. Die Branche geht für 2030 von einer Stromerzeugung in Höhe von 745 TerraWattstunden aus, 575 TerraWattstunden (77 %) sollen aus erneuerbaren Energien stammen.


Jährlich 1,5 GW Zubau in Niedersachsen nötig


Niedersachsen will seinen Strombedarf 2040 komplett aus Erneuerbaren Energien erzeugen. Um das damit verbundene Ziel von 65 Gigawatt Photovoltaik und 30 Gigawatt Windenergie erreichen zu können, müssen bis dahin jährlich 1,5 GW an Anlagen zugebaut werden.


Die Lösung: Ausbaupfade für Erneuerbare deutlich erhöhen


LEE-Vorsitzende Bärbel Heidebroek hob in ihrem Eingangsstatement hervor, dass der Zubau an Dachflächen- und Freiflächenphotovoltaik massiv ausgeweitet werden muss, um der Energielücke zu begegnen und um die Klimaschutzziele zu erreichen. Steffen Warneboldt, Geschäftsführer der gastgebenden WindStrom Erneuerbare Energien GmbH, betonte, dass die lange Genehmigungsdauer ein permanentes wirtschaftliches Risiko für die Projektierer darstellt.


Biogas könnte bald Geschichte sein


Biogasanlagenbetreiber Thorsten Kruse stellte klar, dass der Zubau an niedersächsischen Biogasanlagen stagniert. So gehen bis 2025 insgesamt 435 Anlagen mit einer Leistung von 230 Megawatt aus der EEG-Förderung, bis 2030 könnten es sogar 600 Megawatt sein. Bis 2035 könnte die Technologie in Niedersachsen im Wesentlichen abgewickelt sein.
Horst Mangels und Bärbel Heidebroek, Windkraftprojektierer, betonten, dass die Themen Artenschutz, die nicht ausreichend ausgewiesene Fläche für den Bau von Windkraftanlagen und die schleppenden Repoweringgenehmigungen die Windenergiebranche stark ausbremsen.


PM 10/2021, 02.06.2021

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