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Wasserkraft - Direktvermarktung in der Praxis

Intensive Diskussionen auf der Jahreshauptversammlung der Arbeitsgemeinschaft Wasserkraftwerke Niedersachsen und Schleswig-Holstein e. V. am 18.11.2022 in Hannover

Dr. Ronald Steinhoff, Geschäftsführer der Steinhoff Energieanlagen GmbH, erläuterte anschaulich die Themen Direktvermarktung und Ladeinfrastruktur für E-Mobilität und zeigte bei der Direktvermarktung die Potenziale und Chancen auf. Seit 2020 sind die Preise am Spotmarkt steigend und seit Beginn der Ukraine-Krise explodieren sie beinahe, nachdem sie über Jahre praktisch stagniert hatten. Für kleine Wasserkraftanlagen (WKA) unter 100 kW Leistung sei die Direktvermarktung häufig unattraktiv, weil die Umstellungs kosten die Mehrerlöse übersteigen können.

Technische Herausforderungen lauerten bei der teuren digitalen Steuerungstechnik, betriebliche Herausforderungen bei der Stauzieleinhaltung. Im Detail erläuterte der Referent die notwendige Technik für die Leistungsmessung und die Möglichkeiten zur Fernsteuerbarkeit der Anlage durch den Direktvermarkter.Der Straßenverkehr ist zusammen mit thermischer Stromerzeugung und Gebäudeheizung einer der größten Verursacher von Treibhausgasen. Deshalb sei die E-Mobilität wichtig!


Wasserkraft für Ladesäulen nutzen

Ronald Steinhoff nannte die notwendigen Voraussetzungen für eine öffentliche Ladeinfrastruktur. Neben der Eigenproduktion von Strom werde Platz für die E Autos benötigt. Gerade hier habe die Wasserkraft oft große Vorteile, da Stellplätze in geeigneter Lage vielfach vorhanden sind oder geschaffen werden können. Im Betrieb selbst erfordere die Ladeinfrastruktur nur einen geringen Aufwand. Der Betrieb von Ladesäulen ist für Photovoltaikanlagen ab etwa 200 kW bzw. Wasserkraft ab etwa 40 kW (ca. 4500 Anlagen deutschlandweit) sinnvoll. Neben den erwähnten Voraussetzungen sollte die Attraktivität des Standortes gegeben sein und eine wichtige Rolle spiele der sogenannte Backend-Betreiber, der die vollständige Abwicklung der Zahlungen, die Rechnungsstellung und die Schnittstelle zu Roaming-Diensten übernimmt. Die ersten Betriebserfahrungen zeigten bei Steinhoff eine sehr stark ansteigende Nutzungsfrequenz. So konnten im ersten Jahr an der Wasserkraftanlage Bad Ems über 50 t kWh „vertankt” werden.

Autor: Wilhelm Münder

LEE: Redispatch bremst Energiewende aus

Die aktuelle Situation könnte auf dem niedersächsischen Energie- und Wärmesektor kaum widersprüchlicher sein: Während mit erheblichem finanziellen Aufwand der Import von fossilem Erdgas betrieben wird, um die Wärmeversorgung sicherzustellen, werden Biogasanlagen, die umliegende Ortschaften mit aus erneuerbaren Energiequellen gewonnener Wärme versorgen, vom Netz genommen.

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