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Aktionswoche Biogas2Drive 2021 angelaufen

Klimaneutrales Biogas trägt zum Klimaschutz bei

Der LEE zeigt während der Aktionswoche #bioas2drive auf, dass die Kraftstoffherstellung aus niedersächsischen Biogasanlagen stark zum Klimaschutz beitragen kann. Denn im Vergleich zum Strom hinkt der Verkehrssektor bei der Energiewende deutlich hinterher. In der Diskussion um E-Mobilität und Wasserstoff-Antrieb wird Biogas als klimafreundliche Alternative häufig übersehen.


Dazu LEE-Vorstandsmitglied Thorsten Kruse: „Wir haben das Potenzial von Biogas für den Verkehrssektor noch lange nicht ausgeschöpft. Die niedersächsischen Anlagenbetreiber sind in der Lage, ihren Beitrag zur Verkehrswende zu leisten. Wir beobachten, dass viele Logistikunternehmen ihre Zugmaschinen auf klimaneutrale Kraftstoffe umstellen. Denselben Prozess sehen wir auch bei landwirtschaftlichen Maschinen – dort wird mittlerweile Wert auf CO2-arme Kraftstoffe wie Biomethan oder auf Wasserstoff gelegt.“


Häufig zu einseitig gedacht – Geschlossene Kreisläufe möglich


Doch Kruse stellt auch fest: „Gerade auf kommunaler Ebene ließe sich ein in sich geschlossener Wirtschafts- und Energiekreislauf herstellen. Hier wird häufig noch zu fragmentiert gedacht. Ein Beispiel: Ein kommunaler Abfallwirtschaftsbetrieb könnte den organischen Abfall über eine angeschlossene Biogasanlage verwerten und zu dem Treibstoff Biomethan umwandeln. Mit diesem Kraftstoff können anschließend die Müllfahrzeug betankt werden – wir hätten einen in sich geschlossenen, nachhaltigen Energiekreislauf. Außerdem würden wir die regionale Wertschöpfung mit diesem Ansatz stärken.


In der Landwirtschaft ist es ähnlich: Nachwachsende Rohstoffe sowie Gülle und Mist können zu Biomethan umgewandelt werden. Mit diesem klimaneutralen Treibstoff können die landwirtschaftlichen Maschinen betrieben werden. Die in der Biogasanlage anfallenden Gärreste werden anschließend als organischer Dünger verwendet. Somit haben wir es mit einem geschlossenen Nährstoffkreislauf zu tun.“


Hintergrund:
Biogas besteht zu 50 – 60 Prozent aus dem brennbaren Gas Methan, der Rest ist vor allem CO2. Erdgas (oder CNG = compressed natural gas) besteht zu 98 Prozent aus Methan. Um Biogas in das Erdgasnetz einspeisen zu können, muss es den gleichen Methangehalt haben wie Erdgas. Biogas wird dafür „gewaschen“, das CO2 dabei entfernt. Hierfür stehen mittlerweile verschiedene Verfahren zur Verfügung.


Wenn Biogas einen Methangehalt von 98 Prozent hat, spricht man von „Biomethan“. Dieses kann in das bestehende Gasnetz eingespeist und zum Beispiel an der Zapfsäule einer Gas-Tankstelle entnommen werden. Jedes gasbetriebene Fahrzeug kann problemlos Biomethan tanken. Ein Biomethan-Fahrzeug reduziert den CO2-Ausstoß um bis zu 90 Prozent gegenüber einem vergleichbaren Benziner – und kostet den Fahrzeugfahrer auf den Kilometer gerechnet nur die Hälfte der Spritkosten.


Verflüssigt man Biomethan zu LNG (Liquified Natural Gas), lässt es sich aufgrund seiner hohen Energiedichte auch für LKWs und Schiffe einsetzen. Die ersten Schiffe mit LNG Motoren werden bereits in Betrieb genommen.

PM 19/2021


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