Geplante EEG-Novelle belastet Erneuerbare-Energien-Branche

Pressemitteilung 23/2020 15.09.2020

Geplante EEG-Novelle belastet Erneuerbaren-Energien-Branche
LEE fordert neues Strommarktdesign


(Hannover) Der Referentenentwurf zur EEG-Novelle, die zum 1. Januar 2021 in Kraft treten soll, stößt bei Niedersachsens und Bremens Erneuerbaren-Energiebranche auf erheblichen Widerstand. Wesentlicher Kritikpunkt ist die Aussetzung der Vergütung von Erneuerbare-Energie-Anlagen, wenn der Spotmarktpreis in mindestens 15 aufeinanderfolgenden Minuten negativ ist. Bislang galt hier eine Schwelle von 6 Stunden. Speisen die Betreiber bei negativem Strompreis in die Netze ein, sehen sie sich aufgrund des negativen Strompreises zusätzlich Strafzahlungen ausgesetzt.

Ein Szenario, dass Bärbel Heidebroek, LEE-Vorsitzende, entschieden ablehnt: „Die Neufassung des Paragraf 51 der EEG-Novelle stellt einen drastischen Eingriff in die Vergütungssicherheit der Anlagenbetreiber dar. Mit der geplanten 15-Minuten-Regel sehen wir uns als Anlagenbetreiber einem erheblichen zusätzlichen wirtschaftlichen Risiko ausgesetzt.
Wir sind nicht grundsätzlich gegen negative Strommarktpreise, weil sie Ausdruck des Marktgeschehens sind. Um aber die Energiewende sinnvoll und nachhaltig bewältigen zu können fordern wir ein neues Strommarktdesign. Wir müssen die Sektorkopplung vorantreiben, Speicherkapazitäten erhöhen und konventionelle Kraftwerke vom Netz nehmen. Dann werden wir feststellen, dass die Zahl der Stunden mit negativem Strompreis vertretbar ist. Die Erneuerbaren sind durchaus in der Lage, marktwirtschaftlich zu agieren.“

Horst Mangels, LEE-Vorstand und BWE-Landesverbandsvorsitzender, ergänzt: „Paragraf 51 darf nicht mutwillig verschlechtert werden. Es kann nicht sein, dass die Energiewende verzögert wird, weil konventionelle Kraftwerke die Netze mit fossil erzeugtem Strom verstopfen.“

Hintergrund:
Übersteigt das Stromangebot die Nachfrage, ohne dass der zusätzliche Strom exportiert werden kann, entstehen negative Strompreise. An der Strombörse erhalten die Käufer zusätzlich zur abgenommenen Strommenge eine Vergütung, den negativen Strompreis. Insbesondere konventionelle Kraftwerke sind häufig nicht flexibel genug, um einen schnellen Lastwechsel darzustellen, Betreiber Erneuerbarer Energie-Anlagen hingegen schon.

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