Naturschutz und Erneuerbare Energien Hand in Hand

Pressemitteilung 21/2020 02.09.2020

Naturschutz und Erneuerbare Energien Hand in Hand
Umweltminister Lies überreicht Förderbescheid für Kooperations-projekt von LEE und NABU Niedersachsen


(Hannover) Eine Geste mit Signalwirkung: Auf dem heutigen Branchentag Erneuerbare Energien überreichte Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies dem Naturschutzbund (NABU) und dem Verband der Erneuerbaren Energien (LEE) einen Förderbescheid für das Projekt „Integrative Genehmigungspraxis“.

In dem auf zwei Jahre angelegten Gemeinschaftsprojekt wollen LEE und NABU gemeinsam einen Leitfaden entwickeln, der bisherige Hemmnisse in den Genehmigungsverfahren für Windenergieanlagen identifiziert und Lösungsansätze aufzeigt. Dafür sollen in zwei niedersächsischen Pilotlandkreisen die Genehmigungsverfahren kommunikativ begleitet werden.

Denn der Ausbau der Windkraft verläuft in Niedersachsen nur schleppend. Vor allem die langen Genehmigungszeiten bereiten der Branche Sorgen, aber auch der Widerstand der Bevölkerung vor Ort der häufig zu langwierigen gerichtlichen Auseinandersetzungen führt und die teils konfrontativen Auseinandersetzungen bei artenschutzrechtlichen Fragestellungen wiegen schwer.

Dazu Dr. Peter Best, Mitglied NABU-Landesvorstand: „Das Pilotprojekt soll den Dialog zwischen Windkraftbetreibern, kommunalen Entscheidungsträgern, Umweltverbänden und der Bevölkerung erproben. Unser gemeinsames Ziel ist es, im Spannungsfeld von Arten-, Umwelt und Klimaschutz die sozialverträgliche Beschleunigung von Genehmigungsprozessen für EE-Anlagenzubau zu erreichen und mögliche strukturelle und prozessimmanente Hemmnisse zu beseitigen. Denn wir brauchen beides: Artenschutz und Energiewende.“

Marie Kollenrott, stellvertretende LEE-Geschäftsführerin, ergänzt: “NABU und LEE sind sich in der Sache einig: Wir müssen gemeinsam alles tun, damit das Klima effektiv geschützt wird, dazu gehört auch eine stark beschleunigte, 100 prozentige Energiewende. Wir arbeiten diesbezüglich an denselben Fragestellungen und wollen verhindern, dass Artenschutz und Energiewende gegeneinander ausgespielt werden. Dass wir uns nun in einem anwendungsbezogenem Forschungsprojekt zusammenschließen ist also nur folgerichtig und wir freuen uns sehr auf die Zusammenarbeit“.

Wird die Windkraft nicht ausgebaut, besteht für die Niedersachsen die Gefahr einer negativen Energiebilanz. Zahlreiche Anlagen laufen mit Ende des Jahres aus der 20-jährigen EEG-Förderung. So wurden in Niedersachsen im 1. Halbjahr 2020 lediglich 23 Anlagen mit einer Leistung von 75 MegaWatt in Betrieb genommen. 2019 verzeichnete Niedersachsen einen Zubau von 51 Windenergieanlagen mit einer Gesamtleistung von 170 MegaWatt. Gleichzeitig erleben wir das größte Artensterben der Menschheitsgeschichte, nicht nur weltweit, sondern auch ganz besonders in Niedersachsen. Somit besteht die schwierige Aufgabe darin, beide Belange zueinander zu bringen. Ziel des Projekts ist, dazu einen Beitrag zu leisten.

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